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Interreligiöser Dialog nach dem 11. September 2001

Interview von Christiane Faschon

 

 

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Zusammengefasst in "Dialog mit Stolpersteinen" in "Reformierte Presse", 12. Oktober 2001
Pfr. Dr. Dölf Weder, Kirchenratspräsident

 

Was existiert auf Ihrer institutionellen Ebene an Dialog mit dem Islam?

Als Kirchenrat haben wir auf institutioneller Ebene keine vergleichbaren offiziellen Ansprechpartner im muslimischen Bereich. Unsere Ressortleitenden pflegen Kontakte in ihren Arbeitsbereichen. Wir nehmen die Aufgabe des interreligiösen Dialogs ernst und haben in der Erwachsenenbildung, in der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) und im Bereich der Integrationsarbeit entsprechende Schwerpunkte gesetzt, bereits auch verschiedene Veranstaltungen organisiert. Dies auch im Anschluss an den Lehrermord eines kosovarischen, jedoch christlichen Vaters im Jahr 1999, der im Kanton St. Gallen viele Fragen aufwarf.

 

Mit welchen Muslimen sprechen Sie in Ihrer Position, wenn Sie
interreligiösen Dialog ansprechen wollen?

Unsere Fachmitarbeitenden suchen je nach Thema den Kontakt zu passenden Partnern. Allerdings ist es nicht immer einfach, solche zu finden. Weite Teile der muslimischen Bevölkerung sind aber dialogbereit. Sie vertreten grundsätzlich demokratische Grundwerte und teilen viele unserer Überzeugungen. In gemeinsamer Arbeit müssen künftig noch vermehrt fruchtbare Formen von Dialog und Begegnung gefunden werden.

 

Gibt es Personen/Positionen, die auszuschliessen sind?

Ein kleiner Teil der Muslime ist aggressiv oder will gar unser gesellschaftliches System zerstören. Mit Personen, die auf Vernichtung ausgerichtet sind, ist ein Dialog kaum noch möglich.  Hier dürfen wir Kirchen nicht naiv sein. Wir sollen unsere Hände öffnen, aber nicht einfach alle unabhängig von ihrer Position umarmen. Wir müssen entschieden für Grundwerte wie Demokratie und Menschenrechte eintreten.

 

Hat die Gewalt der Terroranschläge, die wir jetzt erleben, eine Wurzel in der Religion?

Es gibt im Islam wie in allen Religionen unterschiedliche Strömungen, die Frage muss deshalb differenziert angegangen werden. Es gab und gibt auch unter uns Christen immer wieder den Versuch, aus der Bibel die eigene Meinung stützende Einzelaussagen herauszuholen. Doch ich glaube, dass weder die Bibel noch der Koran in ihrer Grundbotschaft zu Gewalt aufrufen und als Begründung für Anschläge und Gewalttaten benützt werden dürfen - im Gegenteil. Mit Sorge sehe ich aber, dass ganz generell die Hemmschwelle für verbale und körperliche Gewalt zunehmend fällt; dies hören wir aus allen Bereichen, bis hin zur Familienberatung. Das ist eine grosse Herausforderung für uns christliche Kirchen, aber auch für Muslime und Andersgläubige.

 

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www.weder.ch last updated: 13.10.18
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Inhalt

Was existiert auf Ihrer institutionellen Ebene an Dialog mit dem Islam?

Mit welchen Muslimen sprechen Sie in Ihrer Position, wenn Sie
interreligiösen Dialog ansprechen wollen?

Gibt es Personen/Positionen, die auszuschliessen sind?

Hat die Gewalt der Terroranschläge, die wir jetzt erleben, eine Wurzel in der Religion?

 

In gemeinsamer Arbeit müssen künftig noch vermehrt fruchtbare Formen von Dialog und Begegnung gefunden werden.

 

Wir sollen unsere Hände öffnen, aber nicht einfach alle unabhängig von ihrer Position umarmen. Wir müssen entschieden für Grundwerte wie Demokratie und Menschenrechte eintreten.

 

Ich glaube, dass weder die Bibel noch der Koran in ihrer Grundbotschaft zu Gewalt aufrufen und als Begründung für Anschläge und Gewalttaten benützt werden dürfen - im Gegenteil.